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Koedukation Drucken
Geschrieben von: Mag. Susanne Pertlik   
Wichtig ist uns vor allem, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Gleichberechtigung und für noch vorhandene Ungerechtigkeiten zu entwickeln und zu fördern.
Die Rahlgasse hat eine lange Tradition im Zusammenhang mit der Mädchenbildung. Die Schule wurde 1892 als erstes österreichisches Gymnasium für Mädchen gegründet, mit dem Anspruch, Mädchen den Zugang zu den Universitäten zu eröffnen. Inzwischen hat längst auch in unserer Schule die Koedukation, also der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Buben, Einzug gehalten.

Allerdings sind Forschungen der letzten zwei Jahrzehnte einhellig zu dem Ergebnis gekommen, dass die Koedukation die Mädchen in vielfacher Hinsicht benachteiligt (Mädchen erhalten objektiv nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit von Lehrerinnen, sie kommen in Schulbüchern seltener vor bzw. in diskriminierender Form, Buben dominieren das Unterrichtsgeschehen und vieles andere mehr).

Die Forschungen der letzten Jahre haben allerdings auch gezeigt, dass die Koedukation auch den Buben zum Nachteil gereicht: Buben erzielen insgesamt schlechtere schulische Ergebnisse, die “ruhigen” Buben gehen unter, Buben haben Defizite im Bereich der sozialen Kompetenzen.

Wir wollen in einem gesamtschulischen Programm versuchen, diesen Defiziten entgegenzuwirken.

Folgende Schwerpunkte gibt es bis jetzt:
  • Gezielte Ermunterung von Mädchen, sich für Funktionen zur Verfügung zu stellen (Klassensprecherinnen, Schulsprecherinnen, Vertreterinnen im Schulgemeinschaftsausschuss...).
  • In vielen Klassen und im SGA gibt es automatisch ein Mädchen und einen Buben als gleichberechtigte VertreterIn.
  • Seit einigen Jahren gibt es Lehrerinnen, die als Mädchenbeauftragte tätig sind (Sprechstunden für Mädchen, Ansprechpartnerinnen für Probleme, Koordinatorinnen für Mädchenprojekte...), und
  • Lehrer als Bubenbeauftragte, die Buben stärken und Ventile für Bubenaggressionen suchen wollen (Sportpausen für Buben, Projekttage, Sprechstunden...).
  • Für die Mädchen gibt es Selbstverteidigungskurse im Rahmen des Turnunterrichts.
  • Phasenweise getrennter Unterricht (z. B. im Sexualkundeunterricht) soll eine bessere Gesprächsbasis schaffen.
  • Es gibt eine Arbeitsgruppe im Rahmen der schulinternen Schulentwicklungsgruppen, die Erfahrungen diskutiert und weitere Schritte zur Umsetzung des Gleichstellungserlasses plant.
  • Die in der AHS vorgesehene Trennung zwischen technischem und textilem Werken ist bei uns aufgehoben, d. h. der Werkunterricht findet - nach einem eigens dafür entwickelten fächerübergreifenden Lehrplan - für Mädchen und Buben gemeinsam statt.
  • Als längerfristige Perspektive wollen wir den Mädchen die Zugänge zu den naturwissen- schaftlich-technischen Fächern eröffnen und den Buben die Defizite in den Fremdsprachen abbauen helfen.
  • Wichtig ist uns vor allem, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Gleichberechtigung und für noch vorhandene Ungerechtigkeiten zu entwickeln und zu fördern.
Vieles ist noch zu tun, aber der Weg ist beschritten!

Diese Seite wurde am 12.08.06 von Susanne Pertlik erstellt.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 29. März 2008 um 13:46 Uhr
 
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