Das "Sparkling Science" - Forschungsprojekt fe|male will Mädchen und Burschen für neue Technologien begeistern: fe|male untersucht Web 2.0-Technologien unter dem Genderaspekt und erforscht deren Einsatzmöglichkeiten im Unterricht ausgehend von den Kompetenzen und Bedürfnissen der SchülerInnen.

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Das Projekt
Dass der Einsatz von neuen Medien im Unterricht an Bedeutung gewonnen hat, wird durch die seit einigen Jahren stark ansteigende wissenschaftliche Aufmerksamkeit für das Thema unterstrichen. Auch bekannt ist, dass interaktive und spielerische Elemente den Lernprozess fördern. Der professionelle Einsatz innovativer technologieunterstützter Lernszenarien hinkt dieser Entwicklung allerdings noch hinterher. Ebenso wie der unterschiedliche Zugang von Mädchen und Jungen zu neuen Technologien bis dato erst wenig Berücksichtigung im pädagogischen Umfeld findet. Das Forschungsprojekt fe|male widmet sich diesem Thema: „fe|male“ stellt Web 2.0-Technologien im Unterricht in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Diese Technologien werden unter dem Aspekt Gender sowie auf ihre didaktischen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines gendersensiblen schulischen Unterrichts hin analysiert. Dabei wird – und das ist der wesentliche Ansatzpunkt des Projektes – bei der Lebenswelt der Jugendlichen angesetzt. Unter Mädchen und Burschen beliebte Internet-Beschäftigungen wie der soziale Austausch über die Netzwerke MySpace, Twitter, SchülerVZ oder Flickr, aber auch die Produktion von Inhalten innerhalb einer Community, dienen dabei als mögliche Ansatzpunkte für die Entwicklung zukünftiger technologieunterstützter Lernszenarien in der Schule.

Chancengleichheit durch die Hintertür
Ausgehend von den Internet-Nutzungsgewohnheiten der SchülerInnen verfolgt „female“ drei Ziele: Erstens Lehrangebote in Hinblick auf Genderaspekte zu untersuchen und zu entwickeln und damit einen Beitrag zu leisten, auch Mädchen für technische Anwendungen unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten, Kompetenzen und inhaltlichen Präferenzen zu interessieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass Web 2.0 Technologien, durch die die Grundgedanken des Web, also NutzerInnenfreundlichkeit, Standardisierung, Mitwirkung und Weiterverwendbarkeit verstärkt an Bedeutung gewinnen, zum „passage point“ des Technik-Gender-Diskurses erklärt werden können: Die von Web 2.0 ausgehenden neuen Impulse könnten das Potenzial enthalten, die noch männlich dominierte Technologiegestaltung verstärkt zu ‚vergendern’.

Forschung mitgestalten
Zweitens werden in Übereinstimmung mit den Leitlinien von „Sparkling Science“ SchülerInnen von Beginn an in den gesamten Forschungsprozess eingebunden: Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit vier Partnerschulen in Österreich und Deutschland (BG|BRG Purkersdorf; BRG Krems,BG/BRG Rahlgasse Wien, Marie Curie Oberschule Berlin/DE). Ausgehend von den medialen Lebenswelten Jugendlicher werden Web 2.0-Anwendungen auf deren Einsetzbarkeit im Unterricht analysiert.  Die Auswahl der Angebote orientiert sich an den Interessen aller beteiligten SchülerInnen der Partnerschulen, welche in einer ersten Projektphase mittels Workshops erhoben werden. Die Anwendungen werden in einer zweiten Phase im Rahmen von Projektarbeiten an den jeweiligen Schulen implementiert und von den beteiligten SchülerInnen und LehrerInnen nach didaktischen und genderspezifischen Aspekten im Hinblick auf einen sinnvollen Einsatz im Unterricht formativ evaluiert.
Forschung verwerten und Interesse an Technik fördern
Nicht nur das aktive Miteinbeziehen der Mädchen und Jungen in das Forschungsprojekt, sondern auch die Fähigkeit der SchülerInnen die gewonnenen Erkenntnisse zu verwerten und weiterzugeben, ist drittens ein Fokus von „female“. Ausgewählte und interessierte SchülerInnen der jeweiligen Schulprojektgruppen sollen dazu befähigt werden, die gemeinsam entwickelten Kenntnisse in Hinblick auf didaktische und gendersensible Lehr- Lernszenarien im eigenen (ggf. auch erweiterten) schulischen Kontext und im Kontext der beteiligten Hochschulen in Form von Präsentationen und Seminaren weiterzugeben. Somit wird ihre aktive Rolle in der konkreten Forschungsarbeit und die Kompetenzerweiterung im inhaltlichen Bereich insofern komplettiert, als sie fe|male auch in der Phase der Verwertung und Verbreitung der Ergebnisse aktiv begleiten. Die Beteiligung von Anfang an soll die technische, mediale, aber auch kommunikative Kompetenz der UserInnen verbessern. Durch den Einsatz gestaltbarer Technologien soll die Neugier auf Naturwissenschaft und Technik insgesamt gesteigert werden.
fe-male und BG BRG Rahlgasse
Durch den Schulwechsel von Mag. Karl M. Pichler vom BRG Krems, Ringstraße, in die Rahlgasse hat sich die Anbindung an das Projekt automatisch ergeben. Mit der Möglichkeit den Medienunterricht im Rahmen von Bildnerischer Erziehung fortzusetzen und der Chance an einem klassenübergreifenden Projekt im Rahmen eines Menschenrechtefilmfestivals ("this human world") teilzunehmen, konnte ein Transferprojekt zum Thema "Menschenrechte" in kürzester Zeit implementiert werden. Am Transferprojekt nehmen SchülerInnen der Klassen 5a und 5c teil. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt über das projekteigene Wiki.

 

 

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