Wir sind eine mittelgroße Schule mit insgesamt 30 Klassen und ungefähr 82 LehrerInnen. Wir führen ein Gymnasium und ein Realgymnasium. Die ersten zwei Jahre sind für beide Schultypen gleich. In der dritten Klasse gibt es die Wahl zwischen Gymnasium und Realgymnasium. Im Gymnasium kann man entweder in der 3.Klasse Latein wählen oder Französisch. Wer Französisch gewählt hat, muss in der 5.Klasse Latein wählen. Wer Latein gewählt hat, hat in der 5.Klasse die Wahl zwischen Französisch und Italienisch. Im Realgymnasium gibt es in der 3. und 4.Klasse mehr Mathematik und Geometrisch Zeichnen, in der Oberstufe (7. und 8.Klasse) einen Schwerpunkt in Biologie und Physik. An unserer Schule gibt es aber auch seit nunmehr über zehn Jahren in der 3. und 4. Klasse Realgymnasium das schulautonome Schwerpunktfach „Lernwerkstatt“, das im Teamteaching unterrichtet wird und fächerübergreifend Gebiete aus Mathematik, Physik, Biologie, Chemie und Werken verbindet. Dadurch ergibt sich ein naturwissenschaftlicher Schwerpunkt mit einem ganzheitlichen und handlungsorientierten Zugang. Das Fach soll einen ersten individuellen Zugang zu naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen und Denkweisen bieten.
Ab der 6.Klasse werden bei uns die Wahlpflichtfächer semesterweise geführt. Wir bieten in jedem Fach eine Reihe von Kursen zur Wahl, mit lernzielorientierten Curricula.

Wir haben zwar keine großen Turnsäle, doch einen Gymnastik- und Fitnessraum und mieten modernst ausgestattete Turnsäle in der Nähe der Schule an. Gerade weil wir als innerstädtische Schule nicht über die nötige Infrastruktur für den Sportunterricht verfügen, die Stadtrandschulen haben, ist uns der Sportunterricht ein ganz besonders großes Anliegen. Es gibt jedes Jahr eine Reihe von Unverbindlichen Übungen zur Auswahl

Für Eltern, die ihr Kind auch nachmittags gut betreut wissen wollen, bieten wir in der Unterstufe die Nachmittagsbetreuung an. Die SchülerInnen bekommen auf Wunsch zu Mittag eine warme Mahlzeit und machen anschließend unter der Aufsicht von LehrerInnen ihre Hausübungen. Der Schulküche angeschlossen ist auch ein Buffet, das unseren SchülerInnen während eines großen Teils der täglichen Schulzeit zur Verfügung steht. Wir legen großen Wert darauf, dass die Produkte im Buffet sowie in der Schulküche biologisch wertvoll sind.

Durch unsere zentrale, innerstädtische Lage profitieren wir zwar sehr von den hervorragenden öffentlichen Verkehrsverbindungen, andererseits ist dadurch aber ein vermindertes Platzangebot gegeben, das unsere Schule durch verschiedene Aktivitäten auszugleichen versucht. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Aktivitäten wäre auch die Umwidmung der Rahlgasse in eine Fußgängerzone - es gibt sehr intensive Bemühungen in diese Richtung seitens der Schulpartnerschaft, leider ist uns noch immer der entscheidende Durchbruch für eine Umsetzung nicht gelungen.

Traditionen

Traditionen, die unsere Schule seit ihrem Bestehen geprägt haben und weiterhin prägen, sind:
  • Die „Rahlgasse" war das älteste Mädchengymnasium Österreichs (gegründet 1892). Seit 1978/79 besuchen auch Buben unsere Schule. Bewusste Koedukation ist in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit geworden. Für diesen Genderschwerpunkt ist die "Rahlgasse" weit über Österreich hinaus bekannt.
  • Eine kontinuierliche Bemühung besteht darin, faschistoiden, rechts-extremen und rassistischen Ideologien und Haltungen entgegenzuwirken, was einerseits in der Aufarbeitung der Vergangenheit und andererseits in gezielter Aufklärungsarbeit und in Aktivitäten im Bereich des interkulturellen Lernens seinen Ausdruck findet. Bezeichnend dafür ist die Tatsache, dass relativ viele SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache die „Rahlgasse" besuchen und damit eine Vielfalt im multikulturellen Sinn entsteht. Wir verstehen uns auch ganz bewusst als internationale Schule.
  • Schon seit mehr als 10 Jahren pflegen wir Kontakte und SchülerInnenaustausch mit unseren Partnerschulen in: Schweden (Stockholm und Uppsala), Deutschland (Hamburg), Tschechien (Brünn), Rumänien (Cluj)
  • Ein weiterer roter Faden in unserer Erziehungs- und Unterrichtsarbeit ist das Bemühen um einen sozialintegrativen Stil. Schon bevor es diesbezügliche gesetzliche Regelungen gab, wurde Schulpartnerschaft an unserer Schule gepflegt.
  • Die Aufgeschlossenheit gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen und pädagogischen Erkenntnissen hat dazu geführt, dass sich die „Rahlgasse" über die Jahrzehnte hinweg um neue Wege und Verbesserungen in der Unterrichtsarbeit und im schulischen Leben bemüht und eine lange Tradition als Reformschule hat.
  • Die drei „Säulen“ unserer Schule sind Sozialkompetenz, Gender und Umwelt. In diesen Bereichen fand auch der Schwerpunkt unserer Schulentwicklung in den letzten 10 Jahren statt, und für jeden Bereich gibt es fix verankerte Fächer, Angebote, Schulschwerpunkte.
  • Die Schulschwerpunkte haben wir inzwischen mit Erfahrungen von europäischen Schulen mit gleicher Schwerpunktsetzung vertieft und bereichert. In Comenius-Projekten (EU-Projekte) sind wir in kontinuierlichem Austausch mit Schulen in ganz Europa.
  • Für unseren Umweltschwerpunkt haben wir bereits mehrere bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter den Umweltpreis der Stadt Wien. Unsere Schule war die erste Höhere Schule in Europa, die 2000 mit dem EMAS (Eco-Management-Audit-Scheme) – Zertifikat ausgezeichnet wurde.
  • Seit vielen Jahren arbeiten wir an der Entwicklung offener Lernformen – Betonung der SchülerInnenmitbestimmung im Projektunterricht, individualisiertes Lernen mit dem Ziel, unterschiedliche Begabungen zu fördern und selbstständiges Arbeiten und Forschen zu ermöglichen.
  • Sehr wichtig ist uns aber auch der kreative Aspekt in der Schule. Wir legen im Werkunterricht großen Wert auf die künstlerische Komponente, Theater gehört häufig zum Schulalltag, Musik ist ebenso wichtig – jedes Jahr gibt es ein bis zwei Schulkonzerte.
  • Im Umgang mit Disziplinverstößen beschreiten wir auch neue Wege. Als Modell hat sich ein „Disziplinarkomitée" aus Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen konstituiert, das sich mit Fragen der Gewalt und schweren Verstößen gegen die Schulordnung auseinandersetzt. Das Gremium dient als Schlichtungsstelle, die zur Lösung eines aktuellen Konflikts zwischen den jeweils Beteiligten beitragen soll. Es erarbeitet mit den Beteiligten, wenn möglich, Wiedergutmachungsvorschläge. Es kann der Klassenkonferenz, aber auch der Schulkonferenz, Maßnahmen vorschlagen. Die Schulkonferenz muss in einem solchen Fall zwar zusammentreten, das Verfahren ist jedoch erheblich verkürzt.
  • Die Kooperation mit den SchulpartnerInnen ist der Schule seit Jahrzehnten ein großes Anliegen.

Unsere Angebote

  • Lernen lernen (Erwerb von Lerntechniken)
  • Leseförderung in allen 1.Klassen
  • Legastheniekurse
  • SchülerInnen als Umweltbeauftragte in allen Klassen
  • SchülerInnen als Gleichberechtigungsbeauftragte in allen Klassen
  • Deutsch als Zweitsprache
  • Berufs- und Studienwahlvorbereitung
  • Wissensmanagement - Einführung in wissenschaftliches Arbeiten für SchülerInnen der Oberstufe
  • Angebote im Kreativbereich (z.B. SchülerInnenchor, Darstellendes Spiel, freies Werken)
  • Angebote im naturwissenschaftlichen Bereich (Physik- und Chemieolympiade, physikalische und biologische Übungen)
  • Angebote im sportlichen Bereich (Fit&Fun, Volleyball, Fußball, Fußball für Mädchen)
  • Initiativen und Aktivitäten, die bewusste Mädchen- und Bubenförderung und neue Wege in der Koedukation zum Ziel haben. In diesem Zusammenhang sind Selbstbewusstseins- und Selbstverteidigungskurse für Mädchen als auch das Gendertraining zu sehen. Außerdem gibt es unter unseren LehrerInnen eigene Mädchenberaterinnen, bzw. Bubenberater. Zweieinhalb Jahre lang nahmen wir an einem COMENIUS-Projekt "Equal Opportunities" gemeinsam mit Schulen aus Deutschland und Schweden teil.
  • An unserer Schule wird seit dem Schuljahr 1995/96 „Koedukatives Werken" im Sinne unseres Mädchen- und Bubenschwerpunkts verpflichtend für beide Geschlechter unterrichtet, mit einer verstärkten Ausrichtung auf kreative Zugänge.
  • Seit mehreren Jahren wird unsere Schule als 5-Tage-Woche geführt.
  • Als verpflichtendes schulautonomes Fach haben wir in allen ersten Klassen KOKOKO (=Kommunikation, Kooperation, Konfliktlösung)
  • Ab dem Schuljahr 2008/09 führen wir eine 1.Klasse aufsteigend mit Englisch als Arbeitssprache.
  • Berufsorientierung: berufspraktische Tage in den 4. Klassen, mehrtägige praktische Arbeit in Betrieben und Firmen, ein Besuch im BIWI (Berufsinformation der Wiener Wirtschaft) für alle SchülerInnen der 4. Klassen.
  • StreithelferInnen: Im Sommersemester 2001 wurden an der Rahlgasse erstmals StreithelferInnen ausgebildet, die seit Beginn des Schuljahres 2001/02 einsatzbereit sind. Konfliktmanagement ist erlernbar. StreithelferInnen sind speziell ausgebildet, um „richtig" streiten zu helfen, also Konflikte so zu bewältigen, dass für beide Konfliktparteien eine gute und zufrieden stellende Lösung gefunden wird. StreithelferInnen sind SchülerInnen, die in einer spezifischen Konfliktbewältigungstechnik, der Mediation, ausgebildet sind. Sie stehen allen SchülerInnen der Rahlgasse im Ernstfall zur Verfügung. Mediation ist die Vermittlung in einem Konflikt durch unparteiische Dritte. Sie ermöglicht eine Konfliktberatung in gegenseitiger Achtung. Solche Konfliktlösungen sind einvernehmlich, ohne Verlierer und immer gewaltfrei. Den StreithelferInnen steht ein eigener Raum zur Verfügung.

Organisationsentwicklung

Aus der Überzeugung heraus, dass Schulen Alternativen zur traditionell hierarchischen Struktur brauchen, um effizient und für alle zufrieden stellend arbeiten zu können, beschäftigen wir uns schon seit etwa zehn Jahren mit Organisationsentwicklung an Schulen Drei Jahre lang haben wir als ganze Schule am Pilotprojekt des Pädagogischen Instituts Wien TEOS („Team- und Organisationsentwicklung an Schulen“) teilgenommen. Einmal jährlich finden ein bis zwei Pädagogische Tage für alle LehrerInnen statt, an denen wir unsere Schule weiterentwickeln und planen. Wir waren übrigens die erste Wiener AHS, die – 1993 – einen ganztägigen Pädagogischen Tag durchführte! Seit dem Schuljahr 2007/08 nehmen wir am Pilotprojekt des Stadtschulrats für Wien NOWA teil – „Neue Organisationsstrukturen an Schulen“

Umwelt

Was ist „EMAS"?
EMAS heißt Eco Management and Auditing Scheme Es bedeutet nichts geringeres als Umweltschutz zu einer permanenten Handlungs- und Entscheidungsgrundlage im Schulbetrieb zu machen! Die EMAS-Verordnung setzt europa- und weltweit Maßstäbe für die Berücksichtigung der Anforderungen des Umweltschutzes im Rahmen des Managements und der Verwaltung. Dazu sind unter anderem ein Umweltprogramm zu erstellen, regelmäßige Umweltbetriebsprüfungen durchzuführen und entsprechende organisatorische Voraussetzungen zu schaffen. Im Gegensatz zu einmaligen und auf dem Engagement von einzelnen Mitarbeitern beruhenden Umweltmaßnahmen erleichtert ein Umweltmanagementsystem die dauerhafte und kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes. Im Rahmen des Umweltschwerpunkts, nehmen wir derzeit an einem COMENIUS- Projekt, mit Schulen aus Finnland, Italien, Rumänien und Deutschland teil.

Was bringt „EMAS"?
  • Eine fortlaufende Verbesserung des schulischen Umweltschutzes
  • Umweltbildung als Unterrichtsprinzip
  • Baustein zur Schulstandortsicherung
  • Mehr Anerkennung und Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit
  • Erhöhte Rechtssicherheit für unsere Schule und die Verantwortlichen im Haus
  • Aktive Übernahme von Verantwortung gegenüber der nächsten Generation, z.B. durch Schonung von Ressourcen und Ökosystemen.
Dass schulisches Geschehen nie abgekoppelt vom jeweiligen Umfeld gesehen werden kann, ist selbstverständlich. Daher zählt die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftpolitischen Fragen und Problemen zum schulischen Alltag. Dem multikulturellen Selbstverständnis unserer Schule entsprechen Auslands- und Sprachreisen einzelner Klassen, Partnerschaften mit Schulen im Ausland und die Zusammenarbeit mit der UNESCO. Die internationalen Kontakte reichen von Schweden bis Kalifornien. Schulpartnerschaften bestehen mit Schulen in Brünn, Uppsala und Stockholm und Hamburg. Auslandsaufenthalte einzelner Klassen führten in den letzten Jahren nach England, Schweden, Frankreich, Italien und Kalifornien.

Die Reflexion der Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil jeglicher Weiterentwicklung. Wir bemühen uns um Evaluation des Standardunterrichts und spezieller Angebote. Außerdem existieren Berichte und Auswertungen von Unterrichtsprojekten und Dokumentationen zu Sozialem Lernen, Offenem Lernen, Lernwerkstattarbeit, dem Projekt Mädchenklasse. Wir bemühen uns, die daraus gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in unsere weitere Arbeit einzubeziehen.

Abschließend möchten wir noch festhalten, dass all diese Entwicklungen nur in kleinen Schritten möglich sind, dass nie alle alles machen können, dass auch nicht immer alle einer Meinung sind und dass Rückschläge dazugehören. Aber wenn Fehler nicht gemacht werden dürfen, findet kein Lernen mehr statt.

Schulprofil GRG 6, Rahlgasse 4, 1060 Wien, Jänner 2008
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